Wissenswert

Über PAVK

Therapie

Da Schweregrad und Verlauf der PAVK bei jedem Patienten unterschiedlich sind, kann nur Ihr Arzt beurteilen, welche medizinische Therapie für Sie sinnvoll ist. Je nach Schweregrad reichen die Therapien von Gehtraining über chirurgische Eingriffe bis hin zu medikamentösen Infusionstherapien. Das Ziel jeder Behandlung ist es, die Durchblutung zu verbessern und dadurch Herzinfarkt, Schlaganfall und Amputation zu vermeiden!
 
Gehtraining
In frühen Stadien der PAVK (I und II) kann Gehtraining die Durchblutung im Körper, insbesondere aber in den Beinen, verbessern. Durch die Muskelbewegung beim Gehen können sich um die verengten Bereiche neue Blutgefäße bilden oder erweitern. Die Beine werden dadurch wieder besser mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei regelmäßigem Gehtraining können Sie nach und nach Ihre Gehstrecken verlängern, Schmerzen vermindern und Ihre Lebensqualität verbessern.
Jeder Schritt zählt!

Bevor Sie mit dem Gehtraining beginnen, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen.
Er kann für Sie ein individuell passendes Gehtraining empfehlen oder Ihnen Kontakt zu Trainingsgruppen vermitteln.
 
Vorschlag Trainingsprogramm
(Achtung! Bei fortgeschrittener PAVK - Stadium III und IV - darf kein Gehtraining durchgeführt werden. Hier kann das Trainieren mit einem Armergometer eine geeignete Alternative darstellen. Reden Sie mit Ihrem Arzt.) 
  
  • 3 Mal pro Woche 30 Minuten bis 1 Stunde gehen.
  • Rasch gehen bis leichte Schmerzen einsetzen. Das ist Ihre momentan maximal mögliche Gehstrecke.
  • Eine Ruhepause von 1 Minute einlegen. 
  • Nur 90 Prozent der vorherigen Strecke wieder gehen, d.h. stehen bleiben bevor der Schmerz erneut einsetzt. 
  • Erneut eine Pause von 1 Minute einlegen.
  • Dieses Trainingsprogramm 30 Minuten lang wiederholen, später 1 Stunde. Als Ergänzung zum Gehtraining können auch Gymnastik, Radfahren, Treppensteigen und Zehenstandsübungen im Alltag leicht durchgeführt werden, um die Durchblutung anzuregen. 

Kathetertherapie und chirurgische Methoden 
Im Krankenhaus können verschiedene Eingriffe zur Behandlung der PAVK durchgeführt werden, zum Beispiel:

  • Kathetertherapie (PTA) 
    Bei der Kathetertherapie wird ein Ballon in das verengte Blutgefäß eingebracht und dort aufgeblasen. Dadurch wird das verengte Blutgefäß geweitet. Das Blut kann wieder ungehindert fließen und Sauerstoff und Nährstoffe in das unterversorgte Gewebe transportieren. 
  • Stent 
    Wenn die Gefahr besteht, dass sich das Blutgefäß nach der Kathetertherapie wieder verschließt, kann zusätzlich ein Stent (Gefäßstütze) eingesetzt werden. 
  • Gefäßoperation/Bypass 
    Bei einer Gefäßoperation kann das verengte Blutgefäß geöffnet werden, oder ein Bypass (Umleitung) gelegt werden, um die verengte Stelle zu umgehen. Dieser Bypass kann aus einem körpereigenen Blutgefäß oder einem Kunststoffschlauch bestehen. 

Medikamente bei PAVK
Der Einsatz von Medikamenten ist bereits bei der Bekämpfung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes sinnvoll, um ein Entstehen bzw. Fortschreiten der PAVK zu verhindern. Zur Prophylaxe und in frühen Stadien der PAVK werden vor allem Medikamente verwendet, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. In schweren Stadien der PAVK (III und IV) und wenn zum Beispiel eine Kathetertherapie nicht möglich ist, werden erfolgreich Prostaglandine eingesetzt. Insbesondere der Wirkstoff Prostaglandin E1 hat in zahlreichen Studien seine positive Wirkung bei Patienten mit PAVK bewiesen. 

Wie wirkt Prostaglandin E1?
  • Fördert die Durchblutung 
  • Verbessert die Fließeigenschaften des Blutes 
  • Verhindert die Bildung von Blutgerinnseln 
  • Kleinere, bestehende Blutgerinnsel werden aufgelöst 
  • Verlangsamt das Fortschreiten der Arteriosklerose 
  • Verbessert den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen mit dem Gewebe 
  • Verringert den Fettgehalt in den Wänden der Blutgefäße 
  • Wirkt entzündungshemmend
Prostaglandin E1 wird normalerweise täglich über mehrere Wochen als Infusionstherapie verabreicht. Durch diese Therapie können auch in schweren Stadien der PAVK Schmerzen vermindert, die Abheilung von Geschwüren gefördert, die Bewegungsfreiheit erhöht und die Lebensqualität verbessert werden.